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So können Neubau-Feuchteschäden vermieden werden

drip-1143809_640Mindestens 90 % aller Bauschäden sind Neubau-Feuchteschäden und jeder Bauherr kann selbst mithelfen, dass diese vermieden werden.

Eine komplette Abtrocknung der Restfeuchte ist notwendig

Wenn ein Neubau entsteht, dann wird dazu Wasser benötigt, wie beispielsweise zum Mörtel anmischen oder für den Estrich. Dieses Wasser, dass während des Bauens in den Neubau eingebracht wird, muss vollständig abtrocknen, denn ansonsten kann es infolge dieser überhöhten Restfeuchte zu Bauschäden kommen. Aber so einfach wie es sich anhört, ist das gar nicht, denn ein Ziegelmauerwerk trocknet erst nach vier bis 12 Monaten selbstständig aus und Beton benötigt sogar unter natürlichen Voraussetzungen 1.5 bis 2,5 Jahre! Darum sollte auf jeden Fall rechtzeitig eine technische Bautrocknung in Abstimmung mit den jeweiligen anderen handwerklichen und bautechnischen Arbeiten vorgenommen werden. Das kann entweder vom Profi vorgenommen werden oder aber in Eigenregie und Mietgeräten.

Es ist wichtig, dass die Baumaterialien trocken sind

Bevor es ans verputzen, verkleiden, beschichten oder belegen geht, ist es wichtig, dass alle Baustoffe richtig trocken sind. Daher sollte jeder Bauherr persönlich auf die richtige Restfeuchte im Baustoff achten. Ist die Wand gesättigt und tropfnass, dann ist es unmöglich, Putz aufzutragen, und in diesem Fall sollten auch keine Kompromisse eingegangen werden und zuerst eine professionelle Bautrocknung in Angriff genommen werden. Es ist wichtig, zu wissen, dass organische Materialien wie Farben, Kleister oder Holzverkleidungen erst dann aufgebracht werden können, wenn der Neubau komplett trocken ist – denn ansonsten bilden Sie den idealen Nährboden für Schimmelpilz.

Dampfsperren helfen gegen Restwasser aus der Rohbetondecke

Besonders weil jeder Bauherr bestrebt ist seinen Hausbau so schnell wie möglich fertig zu stellen, ist zu berücksichtigen, dass auch nach 6 Monaten, eine Betonplatte noch circa 5 % ihrer Masse an Feuchtigkeit enthält. Das entspricht einer relativen Luftfeuchte von 98 % bei einer Raumtemperatur von beispielsweise 20 Grad Celsius. Das führt dazu, dass dieses Restwasser aus dem Beton nach oben oder unten in die angrenzenden Räume entweicht. Wurde es unterlassen eine Dampfsperre gemäß DIN auf der Bodenplatte zu verlegen und damit die Dämmschicht zu schützen, ist eine Durchfeuchtung des Dämmstoffes die Folge. Weitere Folgen sind, dass der Dämmwert sich verschlechtert und auch Schimmelbildung ist möglich sowie Schäden an den Fußbodenbelägen.

Bei der Bautrocknung sparen – Nicht möglich!

Für das natürliche Austrocknen eines Neubaus mittels Stoßlüften ist nur bei optimalen Bedingungen möglich, wenn die Temperaturen bei circa 24 Grad Celsius liegen und die relative Luftfeuchtigkeit bei rund 30 % liegt. Diese idealen Bedingungen sind in Deutschland ganztags nur an circa 15 bis 20 Tagen im Jahr vorhanden und dann auch nur zwischen 09:00 und 17:00 Uhr bzw. im Winter zwischen 11:00 und 15:00 Uhr. Das bedeutet es würde rund zwei bis drei Jahre dauern, bis das Haus komplett trocken ist! Da ist der Schimmelpilz zumeist schneller! Also sollte man es nicht drauf ankommen lassen und eine technische Austrocknung des Hausbaus vorziehen!